Thomas Engell zum 70. Geburtstag!

Thomas Engell mit Heda vom Hinterbach und Arnold Vorwärts

Thomas Engell mit Heda vom Hinterbach und Arnold Vorwärts

Am 03.12.2017 feiert unser Landesgruppenmitglied Thomas Engell seinen 70. Geburtstag. Auch auf diesem Weg möchten wir Ihm hierzu herzlich gratulieren und Ihm für sein seit vielen Jahren unermüdliches Engagement für den VDW und den Deutschen Wachtelhund danken.

Bereits zu Schulzeiten stellte er mit einem Freund sowie seiner eigenen Rauhhaarteckelhündin „Nixe von der Fuchskling“ hochpassioniert Feldhamstern in der Feldmark in seiner Heimat im Raum Hildesheim nach. Mit dem Beginn seines Forststudiums in Göttingen  war er in der Folge häufiger auf Prüfungen und Zuchtschauen des VDW sowie im Zwinger „vom Kattenbühl“ von Hans Denzer in Hannoversch Münden anzutreffen als in der forstlichen Fakultät. 1970 trat Thomas in den VDW ein und ist damit bereits seit 47 Jahren Mitglied in unserem Verein. Bereits nach kurzer Zeit zog sein erster DW, die junge Braunschimmelhündin „Freya vom Kattenbühl“ (genannt „Bille“), in die Studentenwohnung ein. Diese Hündin führte Thomas Engell durch alle Prüfungen und es folgte ein Wurf im Zwinger „vom Kattenbühl“. In diesem fiel u.a. der BS-Rüde „Jocker vom Kattenbühl“, genannt „Butjer“). Diese beiden Braunschimmel begleiteten Tom Engell in der Folgezeit nicht nur im Weserbergland und im Harz, sondern auch in der Südheide auf zahlreichen Bewegungsjagden als Durchgehschütze.

Thomas Engell als Zuchtwart bei der Wurfabnahme in einem niedersächsischen Zwinger

Thomas Engell als Zuchtwart bei der Wurfabnahme in einem niedersächsischen Zwinger

Zum Richter ernannt wurde Thomas 1975. Im Jahr 1984 übernahm Thomas Engell das Amt des Zuchtwarts in der Landesgruppe Niedersachsen und übte dieses für die kommenden 16 Jahre aus. Seine Ziele waren dabei neben einem einwandfreien Wesen und der Stöberanlage, vor allem auch die Wiederbelebung des braunen Schlages in der niedersächsischen Zucht. Dies ist ihm zweifelsfrei gelungen. Nach weiteren DW folgte 1985 mit „Werra vom Waldläufer“ eine Hündin, mit der er den eigenen Zwinger „Vorwärts“ begründete. In diesem Zwinger, der nicht nur die von Thomas Engell stets favorisierte weiträumige Arbeitsweise beim Stöbern in seinem Namen beschreibt, orientierte sich Thomas Engell als überzeugter Sozialdemokrat auch an dem gleichnamigen Magazin. Es fielen von 1987 bis heute insgesamt 8 Würfe. Im Laufe der Jahre führte Thomas Engell neben fünf Teckeln, einer Brackenkreuzung, der Hannoverschen Schweißhündin „Gilka vom Lützelsoon“ zahlreiche DW. Aktuell führt er seinen 24. Deutschen Wachtelhund.

Thomas Engell im Gespräch mit Rüdiger Elsholz

Thomas Engell im Gespräch mit Rüdiger Elsholz

Nach weiteren Stationen in den niedersächsischen Forstämtern Fuhrberg, Fallersleben, sowie den Harzforstämtern Andreasberg und Altenau erhielt er 1986 die Leitung des Forstamtes Dassel im südlichen Niedersachsen. Dessen Leitung übte er bis zu seiner Pensionierung 25 Jahre lang aus. Bereits seit seiner Zeit in den weitläufigen Flächen des Oberharzes war ihm klargeworden, dass der Stöberarbeit des Deutschen Wachtelhundes vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt werden musste wenn man mehr jagdlichen Erfolg anstrebte. Er hatte dort auch die ersten Erfahrungen mit vom Stand geschnallten Hunden gemacht und war davon überzeugt, dass dies auch auf großer Fläche und ganz ohne Treiber funktionieren müsse. Es kam immer wieder vor, dass Thomas Engell mit offenem Mund am Bruchberg im Harz stand, wenn „Mirka vom Leinetal“ (Tocher von „Ilkan von der Thann“) von Uwe Meyerjürgen noch mit unbändiger Passion  und schier unbegrenztem Willen noch hartnäckig an Rotwild jagte, während andere Hunde bereits zusammengerollt an den Füßen ihres Herrn lagen. Dann war Thomas Engell in seinem Element! Diesen Drang nach vorne und in die Tiefe, das war es was ihn faszinierte und was aus seiner Sicht für den Erfolg von Bewegungsjagden maßgeblich war.

Thomas Engell mit seinem BS-Rüden "Joker vom Kattenbühl" genannt "Butjer"

Thomas Engell mit seinem BS-Rüden „Joker vom Kattenbühl“ genannt „Butjer“

In Dassel begann Thomas Engell mit engagierten Landesgruppenmitgliedern, wie bspw. Siegfried Sassenhagen, Klaus Bethe, Heiner Hemme, Dieter Hartwig, Karl-Heinz Strohmeyer, Klaus Harke u.v.a., sowie forstlichen Kollegen das Konzept der Stöberjagden mit ausschließlich vom Stand geschnallten Hunden auf großer Fläche umzusetzen. Er begann dort die heute für uns selbstverständlichen und weitverbreiteten Stöberjagden am Anfang gegen viele Widerstände und mit großer Beharrlichkeit zu etablieren. In der direkten Folge sorgten u.a. Dieter Hartwig und Uwe Ickler durch weitere, äußerst professionelle und mit viel Detailwissen vorbereitete Jagden mit für die weitere Verbreitung. Durch die im Harz entstandene Freundschaft zum Wildbiologen Dr. Helmut Wölfel, wurden diese Jagden von Anfang an wildbiologisch begleitet. Neue Erkenntnisse wurden intensiv diskutiert und hielten Einzug in die weitere jagdliche Planung. Es ging Thomas Engell auch immer darum, dass der Jagddruck im Jahresverlauf durch die Stöberjagden stark reduziert wurde, indem vor und nach den Stöberjagden lange jagdliche Ruhepausen herrschten.  Wie wichtig diese effektiven Stöberjagden in Kombination mit langen (Einzeljagd)pausen für das Wild und damit auch den Wald sind, erkannte Engell sehr früh. In dieser, aus seiner Sicht wichtigen Symbiose von Waldbau und effektiver, den wildbiologischen Belangen des Wildes angepassten Bejagungsstrategien scheute Thomas Engell auch keine Diskussion mit der forstlichen Führungsebene in Niedersachsen. Heute sind diese Erkenntnisse für viele eine Selbstverständlichkeit, damals waren sie geradezu revolutionär und wurden auch sehr kontrovers diskutiert.

Tom Engell mit Junior und HS Hündin Gilka vom Lützelsoon

Tom Engell mit Junior und HS Hündin Gilka vom Lützelsoon

Thomas Engell hat damit nicht nur die jüngere Geschichte des Deutschen Wachtelhundes in Niedersachsen entscheidend geprägt, sondern auch die Entstehung der für uns heute selbstverständlichen und weitverbreiteten, an wildbiologischen Erkenntnissen ausgerichteten Stöberjagden nur mit solojagenden Stöberhunden entscheidend gestaltet. In der Folge sind für unsere treuen DW schier unerschöpfliche Arbeitsmöglichkeiten entstanden.

Auf diesem Wege lieber Thomas, übermitteln wir die besten Glückwünsche der Landesgruppe Niedersachsen und des VDW, verbunden mit den besten Wünschen für eine robuste Gesundheit, damit du uns mit deiner knorrigen, liebenswerten Art noch lange erhalten bleibst.

Alexander Busch                    Heiner Hemme


Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*