Heiner Hemme zum 70. Geburtstag

Am 19. September feierte unser langjähriger Vorsitzender, Heiner Hemme, seinen 70. Geburtstag. Die Landesgruppe Niedersachsen und der VDW haben ihm hierzu persönlich die besten Glückwünsche übermittelt.

Heiner Hemme kam in jungen Jahren, nach eingängigem Studium verschiedenster jagdkynologischer Literatur und dem eruieren der jagdlichen Möglichkeiten auf den Deutschen Wachtelhund. Insbesondere die sehr intensive Wasserwildjagd an den Meißendorfer Teichen (mit ca. 500 ha Wasserfläche), sowie die damaligen kleineren Feld- bzw. Waldtreiben und auch Nachsuchen für den Hausgebrauch erschienen ihm als ideal geeignet für den DW. 1973 trat Heiner im Alter von 25 Jahren in den VDW ein und führte in den folgenden Jahrzehnten viele Deutsche Wachtelhunde – von denen sich eine ganze Reihe in der jagdlichen Praxis sehr bewährt haben und deren Leistungsvermögen weit über die jagdlichen Grenzen von Meißendorf hinaus bekannt wurden. Heiner Hemme war immer äußerst kritisch und hat DW, die seinen Anforderungen nicht genügten, in gute Hände abgegeben. Sein erster DW war bspw. schußscheu, so daß sich Heiner nach abgelegter JP von ihm trennte. 1975 zog „Chico“ Zigan vom Elchwinkel (Mantelschimmel), ein Tito vom Thännle-Sohn bei Familie Hemme in Meißendorf ein. Neben einer passionierten Wasserarbeit hatte Chico, die in der jagdlich kynologischen Literatur als „Rahmen“ bezeichnete Fähigkeit, bei den damals üblichen sehr kleinen Waldtreiben, seinen Herrn überproportional häufig einen Hasen erfolgreich vorbeizujagen, den sein Herr dann auch erlegen konnte. Selbst wenn Chico den Hasen in einer entlegenen Ecke des Treibens fand, umschlug er ihn geschickt, und versuchte ganz gezielt den Hasen seinem Herrn zuzudrücken. Noch heute fällt unweigerlich der Blick des Besuchers auf die gemalte Kopfstudie von „Chico“, wenn man das Hemme`sche Wohnzimmer betritt. Heiner wird wissen, warum das Bild an diesem Ehrenplatz hängt…

Im Jahr 1980 folgte der braune Rüde Cosmos Bringtreu. Durch die Freundschaft zu Hans Kummer (v. Auerberg) in der Oberpfalz kam Heiner in den Besitz des damals ca. zweijährigen braunen Cosmos Bringtreu. Hans Kummer hatte über seine „Drähte im Tierzuchtbereich“ es geschafft, mehrere Hunde aus der ehemaligen DDR zu importieren. Cosmos war hinsichtlich seiner Passion eine Ausnahmerscheinung, nicht nur bei der Stöberarbeit, sondern auch bei der sehr anstrengenden Wasserarbeit, wenn es darum ging, in den weitläufigen Meißendorfer Teichen, noch geflügelte Enten vom Abend vorher nachzusuchen. Cosmos entkam, so gut wie fast nie, eine kranke Ente. Er wusste genau, worum es ging und suchte fast völlig selbstständig diese riesigen zusammenhängenden Teichflächen ab. Seine Passion und seine Gewandheit waren berüchtigt. Einmal sprang er ohne Vorwarnung aus dem 2,50 m hohen geöffneten Küchenfenster in Meißendorf, als er nicht mit zur Jagd oder Prüfung genommen werden sollte und war noch schneller am Fahrzeug, als die verdutzt reinblickenden Herren Heiner Hemme und der leider in 2018 verstorbene ehemalige Landesgruppenvorsitzende Dr. Klaus Bethe.

Nachdem Heiner Mal wieder Hans Kummer in der Oberpfalz aufgesucht hatte, hielt 1988 der braun mit rotem Brand ausgestattete „Heitjer“ Lorbas vom Auerberg, ein Dohle Bringtreu Enkel, in Meißendorf Einzug. Ihm folgte 1992der braune Rüde „Theo“ Darwin vom Waldläufer, ein „Heitjer“ Lorbas vom Auerberg-Sohn. Er ist in jungen Jahren leider durch Geschoßsplitter eines anderen Schützen ums Leben gekommen. Im Zwinger von Dieter Hartwig aus Ilonka Weidelsburg (v. d. Drachenschlucht) waren fast durchweg in den ersten Würfen sauscharfe jagdlich überragende Hunde nach Cosmos Bringtreu gefallen. Viele holsteinische, niedersächsiche und hessische Wachtelleute führten einen „Drachenschluchter.“ Heiner Hemme sicherte sich aus dem 1994er H-Wurf noch einen Rüden. So kam „Troll“ Hasso von der Drachenschlucht, ein Cosmos Bringtreu-Enkel väterlicherseits, in die Heide. „Troll“ wurde leider auf dem Zenit seiner Schaffenskraft von einem keulenkranken Keiler tödlich geschlagen.

Auf der damaligen Ochsenberger Zuchtschau hatte Heiner, den dem Idealbild eines Wachtels sehr nahekommenden, „Zerbo Wichtel“ zu Gesicht bekommen und als eine „Heitjer“Lorbas Auerberg-Tochter von diesem Rüden Welpen im leistungsstarken und für seine typvollen Hunde bekannten Zwinger (v. d. Buchklinge) erwartete, war für Heiner klar, dass 1998 der 8 Wochen alte Crailsheimer Strupp v. d. Buchklinge, die Reise in die Heide antreten würde. Ihm folgte 2001 der braune „Strupp“-Sohn Anton v. Achterberg, der ihn hinsichtlich seiner Passion wahrscheinlich „das eine oder andere Mal“ auf Jagden an seinen alten Cosmos erinnert haben wird. Auch Anton war ein aus jagdlicher Sicht absoluter Ausnahmehund, der mit einem unglaublichen Willen und Jagdverstand ausgestattet war, wie viele Jäger aus Heiner Hemme jagdlichem Umfeld zu berichten wissen. Weiter folgte 2006 in direkter „Rüdenlinie“ der braune Leopold aus der Jossaburg, ein Anton v. Achterberg-Sohn, der leider mittelalt von einem jungen Keiler trotz Weste tödlich geschlagen wurde. Der Keiler hatte ihm regelrecht aufgelauert. Die direkte Rüdenlinie war damit wieder ungewollt unterbrochen, so daß sich Heiner dahingehend behalf, dass er sich aus der bildschönen Anton Achterberg-Tochter, Lara aus der Jossaburg, einen Rüdenwelpen besorgte. 2012 kam so Paul aus der Jossaburg in die Heide, ein Anton v. Achterberg- Enkel mütterlicherseits. Ihm folgte, wieder in direkter Rüdenlinie, 2016 der braune „Fiete“ Caruso von der Tanzlaube, ein Paul aus der Jossaburg-Sohn.

Heiner Hemme waren immer typvolle knochenstarke Hunde mit ausgesprochen schönen langen Fängen und Köpfen wichtig. Möglicherweise ist dies auch ein Grund, weshalb Heiner auch häufig auf süddeutsche Linien zurückgegriffen hat. Seine eigenen Rüden hat Heiner nie für irgendwelche Deckakte „angepriesen“. Ganz im Gegenteil, er war und ist bis heute immer besonders kritisch wenn es um die Beurteilung der Leistungen seiner eigenen Hunde geht.

Bemerkenswert ist, wie reibungslos selbst kopfstarke Rüden im Haus und auf dem Hof Hemme friedlich miteinander lebten und leben. Teilweise hielten Hemme`s drei Rüdengeneration parallel. Großen Anteil daran hatte und hat auch ganz sicher seine Frau Elke, der das Rudel unterstand, wenn Heiner arbeitete oder anderweitig unterwegs war. Auch im Rahmen seiner VDW Tätigkeit unterstützte Elke ihren Heiner nach allen Kräften. Sei es als langjähriger Landesgruppenprüfungswart in Niedersachsen oder in seiner 12-jährigen Amtszeit als Vorsitzender des VDW in Nachfolge seines Freundes Siegfried Sassenhagen. Viele wussten und wissen auch noch heute seine ruhige und sachliche, aber immer entschlossene und geradlinige Art zu schätzen, mit der er den VDW geführt hat und die er sich auch darüber hinaus bewahrt hat. Heiner Hemme hat sich nie vor schwierigen Entscheidungen gedrückt oder diese gescheut. Auch als Richter hat er dies über viele Jahrzehnte in und außerhalb unserer Landesgruppe bewiesen und sich einen enormen Respekt bei unseren Mitgliedern verdient.

Lieber Heiner, auch auf diesem Weg wünschen wir Dir alles Gute zu Deinem 70. Geburtstag im Namen des VDW und insbesondere auch im Namen der Landesgruppe Niedersachsen und hoffen auf eine noch lange gemeinsame Zeit in Sachen Wachtelhund.

Enno Elsholz Alexander Busch
Stellv. Vorsitzender Landesgruppenvorsitzender Niedersachsen

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