Kleine Schwarzwildjagd im Bobenwald

Die Schwarzwildstrecke des Landkreises Uelzen liegt seit Jahren auf Spitzenniveau im niedersachsenweiten Vergleich. Der uelzener Jägerschaft obliegt daher eine besondere Verantwortung beim ernsthaften Versuch einer Bestandsreduktion.
Am 24. Februar traf sich eine zehnköpfige Korona, um im Revier Bobenwald (bei Ebstorf) des Niedersächsischen Forstamts Oerrel diesem Auftrag erneut nachzukommen. Bei bestem trocken-kaltem Winterwetter sollte in einem rund 400 Hektar großen Laubmischwald noch einmal das eine oder andere Stück Schwarzwild zur Strecke gebracht werden.
Die Beunruhigung des Wildes übernahmen zwei jeweils einzeln geschnallte Wachtelhunde.
Nach dem Besetzen der Drückjagdstände bekam \Ludwig von der Göhrde den ersten Einstandskomplex. Er zeigte eine sehr gute Stöberarbeit, schaffte es aber leider nicht im Labyrinth der zahlreich vorhandenen Rehe den richtigen Weg zum Schwarzwild zu finden. So folgte er ausgiebig seiner Passion und jagte intensiv und ausdauernd an mehreren Stücken Rehwild. Eine wunderbare Arbeit für die Augen und Ohren des forstlich ambitionierten Stöberhundfreundes!
Leider konnte der Hundeführer im Anschluss hieran aufgrund eines wichtigen Termins nicht länger an der Jagd teilnehmen.
Im zweiten “Treiben“ wurde \Ronja von der Nachtweide in eine gezäunte, etwa 4 Hektar große Eichenkultur geschnallt. Die Hündin nahm die Fläche unverzüglich an, wurde schnell laut und brachte einen etwa 40kg schweren Überläufer auf die Läufe. Sie bedrängte diesen so, dass die Sau nicht durch eines der Kriechlöcher sondern stumpf durch ein intaktes Element des Hordengatters flüchtete. Die Hündin jagte den Überläufer dann weit aus dem Revier und wurde nach 20 Minuten per Ortungsgerät eingefangen.
Im zweiten Anlauf bekam die Hündin eine neue unberührte Nadelholzdickung zugewiesen. Sie umschlug diese jedoch nur kurz und nahm dann direkten Kurs auf „ihr“ etwa 100 Meter entferntes Eichengatter. Hier wurde sie erneut kurz standlaut und brachte einen weiteren Überläufer auf die Läufe. Auch diesen jagte sie anhaltend an zwei Schützen vorbei bis aus dem abgestellten Bereich.
Leider konnte keine der einzelnen, flüchtigen Sauen von den Schützen im richtigen Moment angesprochen werden und somit verbot sich ein Schuss aus Tierschutzgründen. Zwei weitere Überläufer und eine einzelne starke Sau, welche beim Beziehen der Stände bereits rege wurden, konnten ihre Schwarte leider ebenfalls aus dem Gefahrenbereich retten. Somit konnten die beteiligten Waidmänner zum Schüsseltreiben nicht auf eine eigene Strecke zurückgreifen, ein nahegelegenes Restaurant schaffte jedoch Abhilfe. Das traumhafte Winterwetter und die sehr überzeugenden Hundearbeiten ließen alle zufrieden über die fehlende Beute hinwegsehen.
Für die Hündin \Ronja von der Nachtweide wird außerdem der Leistungsnachweis S beantragt.

Christoph Mews

P1090117
Foto: Roman Fritsch


Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*